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Besonderes Tanzerlebnis Sacre #2 “Mon élue noire”

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Die Choreographie « Sacre #2 - Mon élue noire‬‬ » hatte der oft umstrittene Choreograph Olivier Dubois 2014 speziell für Germaine Acogny entwickelt. Germaine, die nicht nur eine Ikone des afrikanischen modernen Tanzes ist, sonder auch von einer Youruba Priesterin abstammt, ja sich als ihre Inkarnation sieht, ist allein durch ihre Identität eine ideale Verkörperung der „Élue Noire“. Beide, Oliver und Germaine sind von der Thematik des Mystischen und der Suche nach den Ursprüngen menschlichen Seins fasziniert. Als mystische „Élue Noire“sollte Germaine schon einst bei Béjart auftreten. Nun wurde diese Idee endlich realisiert.

Das Stück « Le Sacre du printemps » von Strawinski passt hervorragend in den afrikanischen Kontext, technisch und inhaltlich; Spirituelle und mythische Elemente, das Thema: ein rituelles Menschenopfer, polyrhythmische Überlagerungen der Motive, der Einsatz der Streichinstrumente als Rhythmusinstrument, ein wenig in der Art afrikanischen Trommeln, mit aperiodischen Wiederholungsstrukturen, die rhythmische Aufspaltung in eine Vielzahl kleinster Einheiten und wechselnder Taktarten, um nur einiges zu nennen.

In Ihrer Interpretation thematisiert Germaine Acogny die Gewalt und der Einfluss der Kolonialisation, seine zerstörerischen Effekt mit eindrucksvoller Mimik und Gestik. Sie weckt mit ihrer ausdrucksstarken Darstellung von Unterdrückung, Resignation, Wut, Widerstand und Flucht Emotionen beim Zuschauer. In ihrer Anklage zitiert sie Césaire, Discours sur le colonialisme (1950). « La colonisation, je le répète, la colonisation, déshumanise l’homme même le plus civilisé. ». In der finalen Szene wir dann alles weiß gemalt, bis die Protagonistin den „Opfertod“ stirbt und weiß „verblutet“, vielleicht auch eine Anspielung daran, wie Afrika durch den Kolonialismus ausgeblutet ist.

Germaine Acogny, Foto: Angelika Prox-Dampha

Der pompöse Klang und die harte Rhythmik des Stücks sind an sich schon beeindruckend. Durch den detailgenauen Einsatz von Beleuchtung und Nebel wurden mit minimalen Elementen eine bildgewaltige Darstellung inszeniert. Das größte Lob gebührt jedoch der Tänzerin Germaine, die ganz alleine auf der schwarzen Bühne, nur durch Licht und Nebel unterstützt ,gewaltige, beeindruckende und lebendige Bilder schaffte. Sie brillierte nicht nur durch eine aussergewöhnlich starke, fast pantomimische Ausdrucksweise sondern faszinierte auch durch ihr androgynes und fast mystisches Erscheinungsbild. Mit präzise getanzten Posen und hochkontrollierten rhythmischen, körperzentrierten Bewegungen übertrug sich ihre einzigartige Energie auf das Publikum. Jede Bewegung enthielt eine bewußte Aussage und dennoch wirkte nie etwas künstlich oder unnatürlich. Sie allein füllte mit ihrer Performance die ganze Bühne aus, obwohl sie „nur“ auf ein relativ kleines Podest in ihrer (Bewegungs-) Freiheit begrenzt war.

Germaine Acogny, Foto: Angelika Prox-Dampha

Es war ein Erlebnis, die Performance dieser Ausnahmetänzerin erleben zu können. Der Dank gebührt jedoch dem ganzen Team, das diese Vorstellung möglich gemacht hat: Im Sommer wird sie das Stück noch einmal in Brooklyn, New York aufführen.

  • Veranstalter: Institut Français, Dakar, Senegal
  • Choreographie : Olivier Dubois
  • Interpretation: Germaine Acogny
  • Beleuchtung : Emmanuel Gary
  • Technische Leitung : Robert Pereira
  • Produktion : Centre chorégraphique nationale Roubaix
  • Koproduktion : le Cenquatre, La Bâtie, Festival de Genève, Fabrik, Potsdam

 

Mittlerweile hat die "Ecole de Sables" große Existenzprobleme. Germain Acogny die Leiterin und Gründerin sucht dringend Unterstützung, damit die erste Schule für Afrikanischen Tanz fortbestehen kann. Durch das Unterzeichnen dieser Petition können sie helfen.

 

Kurzprofil:

Germaine Acogny, Foto: Angelika Prox-Dampha

Germaine Acogny selbst ist eine Ausnahmepersönlichkeit. Die Frau die Youruba Wurzeln hat, in Benin geboren wurde und im Senegal aufwuchs studierte Tanz in Paris und wurde Teil der Compagnie von Béjart. 1977 war sie Teil der ersten Schule für Tanz im Senegal. 1980 verfasste sie das erste Standardwerk für senegalesischen Tanz. Sie entwickelte ihre eigene Technik, eine Verschmelzung von Elementen des westlichen modernen Tanzes und traditioneller afrikanischer Tanztechniken. Die « Acogny Technik » ist die bisher einzige offiziell anerkannte afrikanische Technik für modernen Tanz. Sie ist nur an wenige handverlesene Tänzer und Tänzerinnen weitergegeben worden, die heute diese Technik weltweit unterrichten. Sie wurde sogar mit höchsten Ehren ausgezeichnet, dem Ordre national du Mérite (Frankreih), dem Ordre des Arts et des Lettres (Frankreich) und dem Ordre National du Lion (Senegal).

Seit 1995 hat sie sich im Senegal ein eigenes Ausbildungszentrum für modernen afrikanischen Tanz, die « Ecole de Sables » aufgebaut. Ihr Mann, Helmut Voigt und ihr Sohn Patrick Acogny unterstützen sie dabei. Heute gilt Germaine Acogny als « Mutter des modernen afrikanischen Tanzes ». Neben Austauschprogrammen mit internationalen Choreographen werden regelmäßig internationale Workshops angeboten. Mit ihrer Tanzcompagnie Jante Bi ist sie regelmäßig international auf Tournee.

Sie wurde sogar mit höchsten Ehren ausgezeichnet, dem Ordre national du Mérite (Frankreich), dem Ordre des Arts et des Lettres (Frankreich) und dem Ordre National du Lion (Senegal).

 

Links zu Germaine Acogny und "Mon Élue Noire":

http://www.institutfrancais-senegal.com/evenements/le-sacre-2-mon-elue-noire

https://en.wikipedia.org/wiki/Germaine_Acogny

http://www.foundationforcontemporaryarts.org/recipients/germaine-acogny

https://skyeviewtraveler.wordpress.com/2011/09/28/memerizing-germain-acogny2/

https://en.wikipedia.org/wiki/Olivier_Dubois

https://de.wikipedia.org/wiki/Le_sacre_du_printemps

http://www.satzlehre.de/themen/01sacre.pdf

https://operatheatremetzmetropole.files.wordpress.com/2014/06/analyse-danse-moderne-terminc3a9e.pdf

http://www.music-journal.com/htm/musunt/stravinski/stravi6.htm

https://www.br-klassik.de/themen/klassik-entdecken/starke-stuecke-strawinsky-sacre-du-printemps100.html

https://tanzhausnrw-blog.com/2017/02/20/ueber-mon-elue-noire-von-olivier-dubois-fuer-germaine-acogny/

https://vimeo.com/144603702

https://youtu.be/5j3tTgIpLDk

 

 

 


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